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DIE EICHHÖRNCHEN, DIE ALTE DAME UND ICH

Im vergangenen Jahr hatten wir eine Reise nach Wien gemacht. Wir besichtigten viele Sehenswürdigkeiten, was mir sehr viel Freude bereitet hatte. Doch dann erlebte ich etwas, das mich noch lange Zeit beschäftigte.

Wir hatten damals unter anderem auch das Schloß Schönbrunn besucht. Während eines Spazierganges im Schloßpark sah ich plötzlich viele kleine, braune Tierchen, die sehr flink waren. Sie kletterten unheimlich schnell auf die Bäume und konnten auch sehr weit springen. Besonders ihre Gesichter gefielen mir, weil sie so lieb aussahen. Auf einer Parkbank saß eine freundliche, ältere Dame. Sie hatte Erdnüsse in einer Tüte und fütterte damit diese Tiere. Ich fragte die Frau, ob sie mir mehr über die Tierchen sagen könne. Daraufhin sah sie mich lange an und erklärte: "Du hast Glück, denn ich kenne diese Tiere sehr genau! Sie heißen Eichhörnchen, sie werden zuweilen auch Baumhörnchen genannt, ihr lateinischer Name ist Sciurinae. Es sind kleine Nagetiere, welche überwiegend im Wald leben und sich von Samen und Nüssen ernähren. Zuweilen stehlen sie leider aber auch Vogeleier. Deshalb sagt man manchmal, sie seien große Räuber. Das stimmt, wenn sie auch noch so lieb aussehen!" - Die Frau machte eine Pause, während sie mir ein paar Erdnüsse reichte. "Halte ihnen die Nüsse ganz ruhig hin, sie werden sie Dir aus Deiner Hand fressen", sagte sie. Es dauerte zwar eine ganze Weile, doch dann kam das erste Eichhörnchen tatsächlich zu mir und fraß mir aus der Hand. Das war ein tolles Gefühl! Ich hatte so etwas bisher noch nicht erlebt. Es sah schon lieb aus, wie das Eichhörnchen die Nuß in die Vorderpfoten nahm und mit seinen Zähnen daran nagte. Nachdem ich eine Zeit lang mehrere Eichhörnchen gefüttert hatte, bat ich die Dame, mir doch noch mehr über diese putzigen Tierchen zu erzählen. -

"Das will ich gerne tun", erwiderte die Frau und fuhr fort: "Eigentlich sind sie sehr scheu und kommen nicht dicht an Dich heran. Die Eichhörnchen hier im Schloßpark Schönbrunn sind schon sehr lange an uns Menschen gewöhnt und deshalb besonders zahm. Übrigens bauen die Eichhörnchen Kugelnester, halten aber keinen echten Winterschlaf." - Eichhörnchen sind eine Unterfamilie der Hörnchen und in zahlreichen Arten, mit Ausnahme Australiens, über die ganze Erde verbreitet. Der lange, buschig oder zweizeilig behaarte Schwanz dient beim Sprung als Steuer." - Da fiel ich ihr ins Wort: "Entschuldigen Sie, ist das so ähnlich, wie bei unserer Katze daheim?" - "Genauso, richtig", entgegnete Sie und erklärte mir weiter: "Bei uns in Europa und in Asien finden wir das Gewöhnliche Eichhörnchen, lateinisch Sciurus vulgaris. Es gibt viele Farbschläge, zum Beispiel rotbraun in den Ebenen, schwarz im Gebirge, sowie auch cremefarben in Sibirien. Deren Felle nennt man auch Feh. Das Eichhörnchen ist eine ganzjährig geschützte Tierart. In Nordamerika und - eingeschleppt - auch auf den Britischen Inseln findet sich das größere Grauhörnchen, lat. Sciurus carolinensis, in Indien das mardergroße Indische Rieseneichhörnchen oder Königshörnchen, Ratufa indica. Zu den Eichhörnchen gehören auch im weitesten Sinne unter anderem die Murmeltiere, Präriehunde, Ziesel, sowie auch die Backenhörnchen. - So, nun habe ich Dir aber für heute genug erzählt, glaube ich. Das kannst Du Dir ja alles auf einmal gar nicht merken!", schloß die Dame. - "Vielen, herzlichen Dank!", antwortete ich, "sie wissen ja aber auch wirklich alles über die Eichhörnchen." - "Ich hatte Dir ja am Anfang gesagt, Du hättest Glück, denn ich kenne diese Tiere ganz genau. Mich freut es immer, wenn jemand, wie Du, so interessiert und aufmerksam zuhört. Wenn Du auch nur die Hälfte von dem, was ich Dir erklärt habe, behältst, so hat sich unsere Unterhaltung gelohnt. So, nun muß ich aber heimgehen - auf Wiedersehen und eine gute Reise für Dich zurück nach Luxemburg und grüße Eure Eichhörnchen von mir!" - Auch ich wünschte der Dame alles Gute und bedankte mich nochmals

Als wir wieder daheim in Luxemburg waren, besorgte ich mir sogleich ein Buch über Eichhörnchen. Es stimmte, was die alte Dame meinte: Ich hatte wirklich nicht alles behalten können. Als ich aber alles über die Eichhörnchen noch einmal las, konnte ich mich an das Gehörte sofort wieder erinnern. - Bei der nächstbesten Gelegenheit suchte ich in unserem Wald nach Eichhörnchen. Es dauerte sehr, sehr lange. Doch dann wurde meine Geduld belohnt: An einem Baum saß unten eines. "Hallo, Eichhörnchen, einen schönen Gruß von der freundlichen Dame aus Wien soll ich Dir bestellen..." - Ich war mit meinem Satz noch nicht fertig, da flitzte das Eichhörnchen behende auf den Baum hinauf. Bald sah ich es nicht mehr. Es hatte wohl Angst vor mir.

Es ist wirklich sehr schade, daß die Eichhörnchen hier nicht so zahm sind, wie die im Schloßpark von Schönbrunn. So bleibt mir aber trotzdem ein unvergeßliches Erlebnis, bei welchem ich außerdem noch viel gelernt habe. -  Wenn ich wieder einmal nach Wien fahren sollte, nehme ich ganz bestimmt eine Riesentüte voller Erdnüsse mit...

 

Bernd Schwenke

 


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